Kerncurriculum Englisch: Früher Beginn - Mehrsprachigkeit - Neue Inhalte

Ich gehe in diesem Beitrag nicht so sehr von direkt im Unterricht gemachten Erfahrungen oder inhaltlichen Erwägungen des Schulfaches Englisch aus, sondern von Herausforderungen und Zwängen, die sich mit der gegenwärtigen Situation des Englischen in der Welt und der Forderung nach Mehrsprachigkeit, wie sie derzeit nicht nur in Europa im Sinne der 3-Sprachenformel erhoben wird, stellen. Der Leitgedanke meiner Überlegungen ist, daß die Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe in der erforderlichen Richtung nur gelingen kann, wenn zwei grundlegende Änderungen vorgenommen werden: (a) Grundschulen und Kindertagesstätten müssen stärker einbezogen werden, damit durch die Frühvermittlung von Fremdsprachen das erforderliche Kompetenzniveau für zwei zusätzliche Sprachen erreicht werden kann; (b) als Lehrmethode muß das Immersionsverfahren eingesetzt werden. Immersion ist kostenneutral und nur mit ihr läßt sich genügend Zeit gewinnen, um die Fremdsprachen mit der erforderlichen Intensität und Dauer fördern zu können. Das Hauptaugenmerk der folgenden Überlegungen gilt curricularen Fragen: Welche Optionen stellen sich? Was leisten sie? Warum ist Immersion am erfolgreichsten und zugleich kostenneutral? Auf die Implikationen, die sich im einzelnen für die eigentlichen erzieherischen Aspekte ergeben, kann nur relativ kurz eingegangen, weil sie z.Z. noch alles andere als voll durchschaubar sind.

H.E. Tenorth (ed.), Kerncurriculum Oberstufe: Mathematik - Deutsch - Englisch. Weinheim & Basel: Beltz , 217-285