Spracherwerb in der Kita

In meinem Beitrag geht es nicht ausschließlich ums Deutsche, sondern grundsätzlicher um die überragende Rolle, die Kindertagesstätten für die sprachliche Entwicklung eines Kindes spielen können, wenn man bedenkt, welche Bedeutung Mehrsprachigkeit in Zukunft nicht nur in Europa zukommt. Vor diesem Hintergrund möchte ich zeigen, wie unerläßlich es ist, Kitas in die Überlegungen zur Weiterentwicklung unseres Erziehungssystems einzubeziehen, wenn wir dieser Herausforderung gerecht werden wollen. Dabei stellen sich natürlich auch all jene Fragen, die aus den noch immer nicht nur in Laienkreisen weit verbreiteten Befürchtungen herrühren, daß die Kleinen überfordert werden und daß sich der frühe Erwerb einer zusätzlichen Sprache negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirkt. Für solche Befürchtungen gibt es keinen Anlaß. Ganz im Gegenteil, die jüngere Forschung hat überzeugend nachgewiesen, daß der frühe Erwerb einer zusätzlichen Sprache die kognitive Entwicklung und die Entwicklung der Muttersprache eher fördert. Deshalb kann man heute feststellen, daß frühe Mehrsprachigkeit zu einem kognitiven Plus führt, das jenen Kindern vorenthalten bleibt, die keine Chance haben, früh eine weitere Sprache zu lernen, gleichgültig um welche es sich auch handeln mag. Aus diesem Grunde ist es umso wichtiger, daß bei allen Überlegungen in dieser Richtung nicht nur an deutschsprachige Kinder aus privilegierten sozialen Verhältnissen gedacht wird, sondern daß Kinder aller sozialen Schichten, auch solche aus nicht deutschsprachigen Familien einbezogen werden. Veranschaulichen möchte ich all das an den Erfahrungen, die wir mit der englisch-deutsch bilingualen AWO-Kindertagesstätte in Altenholz/Kiel und der dortigen Claus-Rixen-Schule gemacht haben, und zwar so, daß die Zusammenhänge auch für jemanden ohne wissenschaftliche Vorkenntnisse einsichtig und nachvollziehbar werden.

Vortrag anläßlich der Fachtagung "Treffpunkt deutsche Sprache". Frankfurt/Main 9.-10. 5. 2001

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